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Lösungen, die funktionieren !

Vorsicht vor diesen sogenannten Fakeshops

 

Das Einkaufen im Internet birgt die Gefahr, in einem Online-Shop einzukaufen, der gar nicht existiert. Das Geld sieht man dann nie wieder. Die Polizei stößt bei der Verfolgung solcher Betrügereien mit Fakeshops oft an ihre Grenzen und setzt deshalb auf Prävention.

Tolle neue Markenschuhe im Internet bestellt und natürlich günstiger als im Laden: Dieser Traum von Schnäppchenjägern zerplatzt bei Fakeshops. Die betrügerischen Webseiten sehen dabei häufig sehr professionell aus. Die bestellte Ware kommt aber entweder nie an oder sie hat eine deutlich schlechtere Qualität als die versprochene. Das Geld hat der Kunde oft per Vorkasse überwiesen – und ist damit weg.

"Häufig geht es um Schuhe, insbesondere teure Markenschuhe oder Jacken", sagt Hans-Joachim Henschel. Er arbeitet für die Zentralstelle Prävention Cybercrime vom Landeskriminalamt Niedersachsen. Auch Elektroartikel wie Kaffeemaschinen, Smartphones oder Fernseher werden in Fakeshops gerne angeboten. Das Ausmaß der Fakeshops bezeichnet Henschel als "ziemlich heftig". Dieses Problem dürfte eher zu- statt abnehmen, denn immer mehr Menschen kaufen übers Internet ein.

Fehlende Fakeshop-Statistik

Für den Einzelhandel ist der Handel im Netz ein Wachstumstreiber. 2017 legte er um zehn Prozent auf 53,4 Milliarden Euro zu, wie der Handelsverband Deutschland angibt. Erstmals haben die Deutschen somit jeden zehnten Euro im Internet ausgegeben.

Konkrete Zahlen zu Fakeshop-Fällen gibt es allerdings nicht. Das Bundeskriminalamt weist in seiner Kriminalstatistik lediglich Warenbetrug im Internet aus. Das waren 70.506 Fälle im Jahr 2016. Ob dazu auch alle Fakeshop-Fälle zählen und welchen Anteil sie ausmachen, kann die Behörde nicht sagen.

Denn Anzeigen zum Thema Fakeshops werden nicht zentral von einer Stelle erfasst. "Das ist das Problem", sagt Henschel. Jede Landesbehörde habe ihr eigenes Aufnahmeverfahren für Straftaten. Das führe oft dazu, dass mehrere Polizeidienststellen die gleiche Arbeit machten. "Hier wäre eine bundesweit einheitliche Stelle wünschenswert, an der auch noch unbekannte Shops durch Polizei und Bürger gemeldet oder abgefragt werden könnten und die dann zusätzlich auch die Provider bezüglich Sperrung der Webseite kontaktiert."

Hohe Dunkelziffer

Fakeshops, gefälschte Online-Shops oder betrügerische Webseiten: Nicht einmal die Verwendung des Begriffs ist einheitlich geregelt. Sucht ein Polizist also nach dem Wort Fakeshop, bekommt er vielleicht einige Treffer in der Datenbank – falls die Anzeige mit diesem Stichwort versehen wurde.

Ein weiteres Problem: Betroffene zeigen den Betrug häufig nicht an. Vielen sei es peinlich, auf die Betrüger hereingefallen zu sein, erzählt Henschel. "Das Dunkelfeld ist extrem hoch." Anderen erscheint der Schaden vielleicht zu harmlos. Nach dem Motto: Wegen 50 Euro gehe ich doch nicht zur Polizei. Deshalb macht Henschel immer wieder darauf aufmerksam: "Je mehr Anzeigen es gibt, desto größer die Chance, dass wir die Täter kriegen."

Präventionsmöglichkeiten

Die Kriminalämter setzen auf Prävention. Gemeinsam mit den Verbraucherzentralen warnen sie vor Webseiten ohne Impressum, die ausschließlich Bezahlen per Vorkasse ermöglichen. "Sie sollten vorsichtig sein, wenn die Preise zu gut sind, um wahr zu sein", rät Britta Groß vom Team Digitaler Wareneinkauf der Verbraucherzentralen. Pro Monat werden der Arbeitsgruppe etwa 20 Fälle gemeldet. Die Fake-Seiten sind dann meist nicht mehr aufzufinden, denn sie wechseln häufig ihre Webadresse.

Den Link der Seite sollten sich Kunden sowieso genau anschauen. Bei den von Groß ausgewerteten Fällen passten die Adressen häufig nicht zum Produkt. Unter dem Link einer Kaminausstellung oder einem Friseur wurden etwa Schuhe oder Kleidung verkauft.

Den Betreibern solcher Betrugsseiten drohen hohe Strafen. Im Juni 2017 verurteilte das Landgericht München einen 35-jährigen Münchner zu fünfeinhalb Jahren Haft. Er hatte mit insgesamt 19 Fakeshops insgesamt 430.000 Euro erbeutet.

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